Ausdauersport lässt keine Muskeln schrumpfen!

fitzine.de - Ausdauersport lässt keine Muskeln schrumpfen!

Immer noch muss man auf diversen Fitnessseiten und -foren diesen unglaublichen Quatsch lesen. Wenn du es besser wissen möchtest, dann lies dir diesen Artikel durch!

 

1. Es gibt drei verschiedene Arten von Muskelfasern, die entweder durch Ausdauer- oder Krafttraining angesprochen werden:

 

Typ I: Die roten, auch slow twitch oder ST-Faser genannt.

Typ II: Die weißen, auch fast twitch oder FT- und FTG-Faser genannt.

 

Typ I Fasern sind für die statischen Haltekontraktionen sowie für kontinuierliche, dauerhafte Belastungen (z.B. Laufen) zuständig.

Typ II Fasern werden für Kontraktionen ab 50-60 Prozent der Belastungsintensität (z.B. Kraftsport) aktiviert. Hier unterscheiden sich allerdings zwei Arten der weißen Muskelfasern. Die FT-Faser für die gerade beschriebenen Belastungsintensitäten und die noch relativ neu entdeckte FTG-Faser, die wohl zwischen beiden wechselt (z.B. sich bei Sprints im Intervalltraining einschaltet, oder auch beim Kraftausdauersport ab einer bestimmten Wiederholungszahl).

Die Verteilung der beiden Fasern ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, besteht aber meist zu Hälfte aus ST- und FT-Fasern. Eine Umwandlung von FT- zu ST-Fasern ist durch intensives Ausdauertraining möglich, eine Umwandlung von ST- zu FT-Fasern konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

 

2. Nachdem jetzt klar ist, dass sich sich die Muskeln aus 3 Typen zusammensetzen, ist auch klar, dass sich Muskeln an ihre Aufgaben anpassen. Dies geschieht aber nicht am ganzen Körper gleich. Wer viel läuft verändert in erster Linie seine Muskelfaserstrukturen in den Beinen, Po und Core hin zu ST-Fasern (in dem Fall können FT- zu ST-Fasern umgewandelt werden, falls ein reiner und intensiver Ausdauersport betrieben wird). Wenn du deinen Oberkörper durch ein muskelaufbauendes Krafttraining beansprucht, wirst du hier viel mehr die FT-Fasern wachsen lassen. Natürlich beeinflusst das Eine auch das Andere. Es ist nur die Frage welche stärker ausgeprägt sind und das entscheidet eben das spezifische Training der jeweiligen Muskulatur. Selbst wenn du viel Laufen gehst, kannst du seine Beinmuskulatur durch hartes Krafttraining wachsen lassen, ist nur fraglich ob das sinnvoll ist und du den Aufwand eingehen möchtest.

 

3. Da jetzt klar ist, was was beeinflusst, wird jetzt noch aufgeklärt, wie Ausdauertraining dir beim Kraftsport helfen kann. Dazu muss als erstes gesagt werden, dass Krafttraining immer vor dem Cardiotraining kommt, wenn deine Priorität im Kraftsport liegt. Denn eine ermüdete Muskulatur kann keine volle Leistung bringen, außerdem steigt durch die Vorermüdung auch die Verletzungsgefahr. Hier die Vorteile von Ausdauereinheiten neben dem Kraftsport im Überblick:

  • Die Durchblutung der gesamten Muskulatur wird durch das Ausdauertraining verbessert – es kommt dazu noch zur Neubildung von Blutgefäßen.
  • Die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen wird verbessert.
  • Höhere Belastungen sind dadurch möglich und auch die Regeneration wird verbessert.
  • Durch den Ausdauersport verbessert sich auch deine Fettverbrennung

 

4. Essen, essen, essen – und zwar richtig! Wenn du sowohl viel Laufen gehst, als auch Kraftsport betreibst, musst du viel und richtig essen. Nur so bekommt dein Körper die richtigen Nährstoffe für eine gute Regeneration und starkes Muskelwachstum. Wenn du zu wenig isst, riskierst du, dass dein Körper die weniger beanspruchten Muskeln in ihren Zellen angreift und sich daraus wichtige Bausteine für die Regeneration stark beanspruchter Muskelfasern nimmt.

 

Fazit: Du musst schon die Priorität auf einer der Beiden Sportrichtungen legen. Doch gut geplant und mit einer gesunden und ausreichenden Ernährung gepaart, behindert dich Ausdauertraining keineswegs im Masseaufbau, wenn das dein vorrangiges Ziel ist.

 

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