Auf einem Blick: EMS

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Die einen nennen es Fitness für faule, die anderen schwören darauf. Nichts wird so sehr diskutiert wie die Sinnhaftigkeit von EMS. Die, die daran verdienen behaupten zumindest, dass man ohne klassischen Training seinen Körper in nur 20 Minuten straffen, Muskeln aufbauen und Fett abnehmen kann. Wie funktioniert dieses angebliche Wundertraining?

 

Bevor es los geht zieht man sich einen Mikrofaseranzug an, der an den Stellen der Großen Muskelgruppen Elektroden besitzt. Drunter darf man allerdings nur Baumwollklamotten tragen, denn die Elektroden werden mit Wasser bespritzt, damit sich die Leitfähigkeit zur Haut erhöht. Dann werden die Elektroden an das EMS-Gerät angeschlossen und das Training kann beginnen. Üblicherweise wird mit statischen Übungen trainiert, bei denen der ganze Körper für 3 Sekunden unter Strom steht, gefolgt von einer 5 sekündigen Pause. Das wird mit verschiedenen statischen und später auch dynamischen Übungen so oft wiederholt, bis 20 Minuten um sind. Die Stärke der Stromimpulse hängt vom Körperbau und dem Trainingsziel ab. Je nach Programm, soll der Bodyformer so effektiv wie 5 Stunden Training sein. Zusätzliches Krafttraining ist deshalb tabu, nur leichte Cardioeinheiten sind okay. Die Regenerationszeit beläuft sich auf 48 Stunden und deshalb soll auch nur zwei bis maximal drei mal pro Woche trainiert werden.

 

Auch wenn Studien der Deutschen Sporthochschule Köln eine deutliche Steigerung der Kraft und Leistungsfähigkeit durch EMS nachweisen konnte, ist diese Aussage zu hinterfragen. Muskeln lassen sich nur bis zu einem bestimmten Punkt von elektrischen Impulsen stimulieren und wenn du nicht eh schon sehr gut trainiert bist, wirst du damit bestimmt auch Erfolge erzielen. Was macht man aber nach einiger Zeit, wenn sich die Muskeln an die höchstmögliche Stimulation gewöhnt haben? Anders als beim klassischen Krafttraining kann man dann nicht mehr erhöhen und hat auch nicht mehr so viele Möglichkeiten mit dynamischen Übungen etwas zu verändern und das Muskelwachstum weiter anzuregen. Somit mag es wirklich Erfolge geben, aber nur in einem gewissen Rahmen und einer gewissen Zeit. Außerdem wollen Studios einem weismachen, dass man auf das klassischen Training verzichten kann, weil EMS die Antwort für alle faulen Menschen ist. Doch Experten warnen bereits, dass die Bodyformer nur als Ergänzung verwendet werden sollen, weil sonst das Verletzungsrisiko steigt und die Koordinationsfähigkeit auf der Strecke bleibt. Zudem dürfen Schwangere, Menschen mit Herzschrittmacher oder erhöhtem Thromboserisiko gar nicht an das Gerät. Frauen, die eine Kupferspirale benutzen, können Entzündungen bekommen. Der Preis ist zudem auch nicht billig. Zwischen 10 und 25 Euro musst du für 20 Minuten hinblättern.

 

Fazit:

EMS wurde früher in der Physiotherapie eingesetzt, um bei Menschen mit vorübergehender Bewegungseinschränkung den Muskelabbau zu minimieren. Dafür sollte es auch weiterhin verwendet werden, mehr auch nicht! Richtiger Sport bietet dagegen neben vielen physischen, auch etliche psychische Vorteile.

 

+ Effizient bei Bewegungseinschränkung

– Vernachlässigt wichtige motorische Grundfähigkeiten, die auch trainiert werden sollten

– Zielt nur auf die Muskeln ab. Z.B. Knochen, Gelenke und Bänder werden ebenfalls vernachlässigt

– Kein Training für das Herz-Kreislaufsystem

– Kein psychischer Nutzen wie Stressabbau

– Teuer

 

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