Soja – das ewige Streitthema

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Einige Antworten zu Fragen und Mythen rund um die berühmt-berüchtigte Bohne.

 

Soja und Muskelaufbau?

 

Sojaprotein hat eine fast gleich gute biologische Wertigkeit wie Fleischprodukte. Dank der guten Aminosäurenzusammensetzung ist das Sojaprotein für den Stoffwechsel sogar leichter zu verwerten. Gegenüber einigen tierischen Proteinträgern sind Sojaprodukte reich an den(semi-)essenziellen Aminosäuren L-Arginin und L-Glutamin. Ersteres braucht der Körper, um Kreatin in der Leber neu zu bilden.

 

Soja gut zum Abnehmen?

 

Sojaprodukte enthalten wenig gesättigte Fette. Zudem können sie Cholesterin und Fette im Verdauungstrakt binden, was in der Diätphase eine hilfreiche Unterstützung für den Fettabbau sein kann. Außerdem erhöhen Sojaprodukte das Sättigungsgefühl.

 

Wie sieht´s mit Nährstoffen aus?

 

Wie gesagt, enthält Soja viel Eiweiß, wenig Fett und dazu noch wenig Kohlenhydrate. Es ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalzium, Magnesium, Kalium, Mangan, Eisen, Kupfer, Zink und Seelen, die aber bei der Verarbeitung leider größtenteils verloren gehen. Außerdem ist es reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die wichtig für das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem und die Wundheilung sind.

 

Da war doch was mit Krebsrisiko...?

 

Sojaprodukte enthalten Phytoöstrogene wie Diadzein und Genistein. Sie gehören zu den Isoflavonen; sekundäre Pflanzenstoffe, denen man hormonähnliche Eigenschaften zuschreibt. In einigen asiatischen Ländern konnte man bei einer sojareichen Ernährung eine geringere Brustkrebsrate feststellen. Dank der Isoflavone? Das ist umstritten, denn es gibt auch Tier- und Humanstudien, die andeuten, dass durch Pflanzenöstrogene ein bestehendes Krebsrisiko der Brust und gebärmutterschleimhaut erhöht werden kann. Ein weiteres Problem: Daizein und Genistein können bestimmte Enzyme in der Schilddrüse blockieren, was den kompletten Stoffwechsel blockieren kann. Aber hier kann auch Entwarnung gegeben werden, denn diese Beobachtungen hat man vor allem bei der Gabe von isolierten Isoflavonen gemacht. Das kann man nicht mit einer normalen und ausgewogenen Ernährung mit Soja vergleichen.

 

Wegen den ganzen Östrogenen nichts für Männer...

 

Von Männerbrüsten war auch schon die Rede und doch muss man mal bisschen genauer hinschauen bei diesem Thema. Soja enthält Östrogene, zumindest östrogenähnliche Substanzen. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist aber die Menge so klein, dass Männer weder Angst um ihr Muskelwachstum, noch vor Brüsten haben müssen. Dazu aber noch im nächsten Punkt.

 

Aber die Asiaten essen doch auch dieses ganze Sojazeug?!

 

Was mit dem Trend zur gesunden asiatischen Küche mit ihrer Sojasoße und -sprossen begann, entfachte einen Hype um die verschiedensten Sojaprodukte: Sojamilch, -joghurt und -käse als Milchproduktersatz, dazu kommen noch Schnitzel und Würstchen mit Soja als Fleischersatz. Doch wer genau hinschaut wird bemerken, dass in Asien all dieses Zeug nicht verzehrt wird. Es sind nämlich die fermentierten Produkte wie Sojaöl, -soße und -sprossen, die in der originalen asiatischen Küche zu finden sind. Zwar beinhalten die nichtfermentierten Produkte (also Sojaeiweißpulver, -schnitzel, -milch, etc. Diadzein und Genistein, dennoch ist nur eine hohe tägliche Zufuhr davon als bedenklich einzustufen – wie bei allem.

 

Vegetarier und ihr Soja zerstören den Regenwald

 

Ja, der Sojaanbau zerstört Regenwälder und schafft Monokulturen in vielen Teilen der Welt, die auch noch massiv mit giftigen Chemikalien besprüht werden. Aber: Über drei Viertel der Ernte geht als billiges Kraftfutter in die Tierzucht. Ein weiterer großer Teil in die Ethanol- und Biokunststoffgewinnung und nur ein sehr geringer in die Lebensmittelherstellung.

 

Sonstiges

 

Über die Wirkung der östrogenähnlichen Substanzen auf das hormonelle Gleichgewicht, die Fortpflanzungsorgane und das Immunsystem von kleinen Kindern weiß man noch wenig. Daher ist von Sojaprodukten für Säuglinge und Kleinkinder grundsätzlich abzuraten.

 

Ebenso natürlich Soja-Allergikern.

 

Genmanipulierte Produkte müssen gekennzeichnet sein, davon sind aber Milch, Fleisch und Wurst ausgenommen, auch wenn die Tiere mit diesem Soja gefüttert wurden. Bei den heutigen Mengen und der Intransparenz vieler Produzierenden, ist eine Kontrolle aber fast unmöglich.

 

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